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Fünf Stunden am Stück auf Wakeboard

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Von Roland Gutsch (nordkurier)

Rekord-Rundendreher. Seit Jahren hält der Neubrandenburger Ralph Stolzenburg auf der Wasserski-Anlage am Reitbahnsee einen "irren" Bestwert.

Ein Rekord für die Ewigkeit? Ralph Stolzenburg lächelt ein Wer-weiß-das-schon. "Manchmal probieren sich Jugendliche daran, die kriegen dann auch Tipps von mir. Aber auf mehr als gut drei Stunden ist noch keiner gekommen."

Stolzenburg darf stolz sein. Er ist nichts weniger als der Top-Rundendreher auf der Wasserski-Anlage des kleinen Neubrandenburger Reitbahnsees. Keiner war bis dato länger am Stück auf dem Wakeboard unterwegs. Der Enthusiast hing - sage und schreibe - exakt fünf Stunden pausenlos am Seil, wobei er 199 Runden schaffte.

Irres Ding. "Ja, das haben die anderen auch gesagt, als sie mich danach aus dem Wasser zogen", erinnert sich der 53-Jährige an den Rekordtag. Es war der 25. August 2006, in vielerlei Hinsicht unvergesslich. "Eine Grenzerfahrung. Mit der Armkraft gab es
keine Probleme. Aber meine Beine waren wie abgestorben, da musste ich erst mal wieder Leben reinbringen. Ich war total erschöpft, aber auch total glücklich."

Das Projekt basiert auf einer Idee von Ralph Stolzenburg selbst. "Ich halte mich mehr für einen dieser B-Noten-Fahrer - schön und ausdauernd. Da stand für mich die Frage: Wie ausdauernd bin ich maximal? Wie lange halte ich das aus?" Der Kriminalpolizei-Beamte tastete sich allmählich an den bestehenden Bestwert ran. Los ging es mit 1:43 Stunden und 70 Runden im April 2005, kontinuierlich steigerte er sich in sechs weiteren Großaktionen. "Mein Ziel ist es auf alle Fälle, den Rekord noch einmal zu verbessern", so Stolzenburg, der mittlerweile schon einige neue Anläufe genommen hat. "Aber so ganz ohne ist das nicht. Wenn die Seilbahn voll besetzt ist, gibt es mehr Geruckel, das man zu spüren bekommt. Außerdem ist nie auszuschließen, dass die Anlage aus technischen Gründen mal kurz abgestellt werden muss. Dann ist der Rekord-Versuch natürlich futsch."

Verbissen sieht der sonnengebräunte Mann die Sache nicht. Er sei "eher ein Fun- als ein Leistungssportler". Eine Aussage mit Doppeldeutigkeit: Stolzenburg gilt als absoluter Gute-Laune-Typ. Dauerkarten-Fahrer, "Inventar" an der Bahn. "In der Saison bin ich jede freie Minute am See. Wenn ich mal fehle, fragen die Leute schon, was los ist", erzählt der gebürtige Neubrandenburger, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist ("An mir liegt das mit den Nachwuchssorgen in Deutschland also nicht!").

Ganz wider seine Natur näherte sich Stolzenburg dem Wassersport etwas zögerlich. "Ich war nach Eröffnung der Reitbahnsee-Anlage vier, fünf Mal da. Guckte nur, keine Traute." Als die Saison 2001 auf ihr Ende zuging, besiegte er doch den inneren Schweinehund. "Ich ließ mich später von Seilbahn-Geschäftsführerin Brita Schipner richtig ausbilden. Mit den Wasserski bekam ich ein Gefühl für das Wasser. Ich wechselte auf den Monoski, und nach einer Trickski-Phase stehe ich nun schon sehr lange auf dem Wakeboard, das ich am interessantesten finde."

Sein Lieblingssport hat für Ralph Stolzenburg auch einen therapeutischen Aspekt: "Seit Mitte der 90er Jahre war ich ein Bandscheiben-Patient. Ich hatte mit dem Laufen und dem Radfahren versucht, etwas gegen die Schmerzen zu unternehmen - ohne Erfolg. Erst seit ich Wassersport betreibe, ist es besser geworden. Auf dem Brett muss man durchgestreckt und gerade stehen, das stärkt die Rückenmuskulatur. Nun habe ich keine Rückenprobleme mehr und brauche keine Tabletten." Dass er als "Naturbursche" gegen Erkältungskrankheiten gefeit scheint, kommt hinzu.

Selbstredend engagiert sich Stolzenburg auch im 30 Mitglieder zählenden Verein WWC Reitbahnsee Neubrandenburg, der schon einiges an Großereignissen mit auf die Beine gestellt hat. "Seit 2005 bin ich dabei, seit 2007 im Vorstand, neuerdings als Schatzmeister."

Zuletzt geändert am: Aug 12 2011 um 11:13 AM

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